Die Gelbe Tonne wird zur Wertstofftonne

04.09.19

Künftig werden damit nicht nur Verkaufsverpackungen, sondern auch Kunststoffe und Metalle gesammelt

Einführung 1. Januar 2020

  • 14-tägige Leerung
  • Abfallwirtschaftsgebühren steigen nicht
  • Unterflurcontainer möglich
  • Sammlung an allen
    Wertstoff- und Servicepunkten

Ab 1. Januar 2020 wird ohne eine Erhöhung der Gebühren aus der gelben Tonne für Verkaufsverpackungen die Wertstofftonne für Kunststoffe (Verkaufsverpackungen wie bisher und zusätzlich Hartkunststoffe z. B. Brotbox, Kinderspielzeug, Eimer) und Metalle (z. B. Schrauben, Pfanne, Töpfe). So können Wertstoffe, die gegenwärtig oft vermischt im Restmüll entsorgt und somit verbrannt werden, zukünftig hochwertig stofflich wiederverwertet werden.

„Der Hausmüll besteht nicht nur aus Abfall. Jährlich ist in Augsburg ein Potential von bis zu 1.560 Tonnen an wertvollen recycelbaren Rohstoffen im Restabfall vorhanden, die bislang in der Verbrennung landen. Mit einer Wertstofftonne wollen wir die ökologische Kreislaufwirtschaft in Augsburg vorantreiben und bessere Recyclingquoten erreichen“, beschreibt Reiner Erben, Referent für Umwelt, Nachhaltigkeit und Migration.

 

Neue Tonnenfarbe ‚Sonnengelb‘ östlich des Lechs

 

Die Gelbe Tonne wird zur Wertstofftonne für Kunststoffe & Metalle unter gemeinsamer Verantwortung der Stadt Augsburg und den Dualen Systemen weiterentwickelt und verbessert. Das heißt: Östlich des Lechs leert der Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb (AWS), westlich leeren wie bisher die Dualen Systeme.

Östlich des Lechs wird sich die Farbe der Tonne ändern. Sie wird Sonnengelb. Die Gelben Tonnen gehören REMONDIS, den Beauftragten der Dualen Systeme, nicht der Stadt Augsburg. Es ist davon auszugehen, dass ein Großteil der Tonnen wiederverwendet werden.

„Abfall ist wichtig. Die Wertstofftonne ist nicht einfach nur eine neue Tonne. Sie symbolisiert ein neues Abfallkonzept. Wir wollen diese wertvollen Ressourcen nutzen. Dafür müssen die Bürgerinnen und Bürger auch ihr Verhalten ändern. Denn bisher sinkt das Trennverhalten zunehmend und es landen überdurchschnittlich viele Wertstoffe im Restmüll. Eine Änderung des Nutzungsverhaltens kann nur dann entstehen, wenn diese Änderung sichtbar wird. Das soll durch die neue Tonnenfarbe erreicht werden“, so Erben weiter. Durch die schnellere Leerung alle 14 Tage werden im Durchschnitt kleinere Tonnen benötigt. So kann vor Ort Platz gespart werden. Auch werden die bis zu 25 Jahre alten oder beschädigten Tonnen ausgetauscht. Die Tonnen westlich des Lechs liegen weiterhin in der Verantwortung der Dualen Systeme. Inwieweit sich hier die Tonnenfarbe ändert ist noch nicht abschließend geklärt. In jedem Fall müssen alte und verschmutzte Behälter ausgetauscht und alle Behälter mit einem neuen Aufkleber, der diese als Wertstoffe kenntlich macht, versehen werden. Der AWS ist bemüht das Mögliche zu unternehmen auch dort die Tonnengestaltung zu vereinheitlichen.

 

Eine Stadt, zwei Systeme?

 

Kooperationen zwischen Dualen Systemen und Kommunen sind deutschlandweit gelebte Praxis. Ohne ein solches Gebietsteilungsmodell wäre die Einführung der Wertstofftonne in Augsburg nicht möglich gewesen. Der Hintergrund ist die Verpackungsverordnung, die seit 1991 in Deutschland tätige Unternehmen der Lebensmittel- und Verpackungsbranche verpflichtete, in Umlauf gebrachte Verpackungen nach Gebrauch zurückzunehmen und zu verwerten. Um dies zu erreichen bündelten die Unternehmen die gemeinsame Entsorgung in dualen Systemen, beispielsweise ‚Der Grüne Punkt‘.

Die Verantwortung der Leerung ist geteilt, jedoch genießen alle Bürgerinnen und Bürger denselben Standard. Ansprechpartner vor Ort sind östlich des Lechs (Hochzoll, Lechhausen, Firnhaberau und Hammerschmiede) der AWS und westlich die Dualen Systeme.

 

Gebühren werden nicht erhöht

 

Die Abfallwirtschaftsgebühren erhöhen sich für die Augsburger Bürgerinnen und Bürger nicht. Die Kosten liegen bei rund 600.000 Euro - circa 2 Euro pro Einwohnerin und Einwohner jährlich. Dies wird gegenfinanziert durch Mehreinnahmen aus erhöhten Entgelten von den Dualen Systemen für andere Leistungen. Zum Beispiel durch die Erhöhung der Mitbenutzungsentgelte PPK (Papier, Pappe & Karton) die von 18 Prozent auf rund 34 Prozent ansteigen, da der Anteil an Verpackungsmaterial und Kartonagen im Altpapier zunimmt. Aber auch weil bisher ungenutzte Recyclingpotentiale ausgeschöpft werden sollen. 

Wann kommen die neuen Tonnen?

 

Es ist geplant, dass im November/Dezember 2019 immer am Tag der Leerung die bereitgestellten alten Tonnen vom bisherigen Entsorger abgeholt und unmittelbar im Anschluss im Gebiet östlich des Lechs durch den AWS neue Tonnen verteilt werden. Es soll gewährleistet werden, dass weder zu viele noch zu wenige Tonnen bereitstehen.

 

Hier finden Sie die Präsentation "Die Gelbe Tonne wird zur Wertstofftonne für Kunststoffe und Metall".

Hier finden Sie die Antworten auf häufig gestellte Fragen im Bezug auf die Wertstofftonne für Kunststoffe und Metalle.